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Allyship
Hört ihr, wie es prickelt und zischt? Unser buntes Brausepulver ist das Wundermittel für alle, die Vielfalt schätzen und ein Zeichen für Chancengleichheit und Gleichstellung setzen wollen. Geteilt schmeckt‘s doppelt so gut!
Der englische Begriff „Ally“ bedeutet wörtlich übersetzt „Verbündete, Verbündeter“. Er steht für eine Person, die eigene Ressourcen und Privilegien gezielt einsetzt, um Minderheiten zu unterstützen. Hier erfahrt Ihr, warum es mehr Allys braucht, welche Rolle Privilegien spielen und wie auch Ihr Euch für Eure Mitstudierenden stark machen könnt.
Bis heute erfahren Menschen aufgrund von Diversitätsmerkmalen wie Geschlecht, Hautfarbe oder Behinderung Diskriminierung. (Möchtest du hier eine Verlinkung zu einer Quelle oder weiterführenden Information einfügen?) Allyship bedeutet, aktiv gegen Benachteiligung vorzugehen und eine Kultur der Vielfalt zu fördern:
„Allyship ist eine Beziehungsform, die sich dadurch definiert, dass eine Person mit Privilegien eine marginalisierte Person mit weniger Privilegien unterstützt, um bestehende Gruppenunterschiede abzubauen. Allyship zeichnet sich sowohl durch die Absicht als auch durch die Wirkung aus, Gemeinsamkeit, Solidarität und Unterstützung zu schaffen.“ (1)
Indem Allies marginalisierte Gruppen stärken, tragen sie dazu bei, die vorherrschenden Machtverhältnisse aufzubrechen. Auch wenn Allies nicht selbst von Diskriminierung betroffen sind, zeigen sie in ihrem Handeln Solidarität mit jenen, die gesellschaftlich weniger privilegiert sind oder sogar unterdrückt werden.
„Solidarität ist einer der wichtigsten Bausteine einer demokratischen Gesellschaft. Sie bedeutet, mitzufühlen und sich für andere starkzumachen – auch ohne eigene Betroffenheit. Solidarität zu zeigen ist das, was Privilegierte für andere Menschen tun können, indem sie ihre Privilegien bewusst einsetzen.“ (2)
Quelle:
„Privilege is something we can use to lift others.“ (Privilegien sind etwas, das wir nutzen können, um andere zu unterstützen.) (3)
Um Privilegien nutzbar zu machen, müssen wir uns zunächst bewusst werden, welche Mittel und Ressourcen uns dafür zur Verfügung stehen. Die Selbstreflexion ist deshalb ein wichtiger, aber auch herausfordernder Schritt.
Folgende Fragen können dabei helfen, die eigenen Privilegien zu erkennen:
- Bin ich selbst von Diskriminierung betroffen, und wenn ja, in welchen Bereichen?
- Welche Entscheidungsfreiräume habe ich? Wo habe ich Mitspracherechte?
- Besitze ich Ressourcen (z. B. Zeit- oder Geldressourcen), die ich teilen oder zugunsten meiner Mitstudierenden oder benachteiligter Lehrender einsetzen kann?
- Erfahre ich aufgrund bestimmter Eigenschaften Vorteile gegenüber anderen Studierenden?
Weiterführend können auch Schaubilder bei der Einordnung unterstützen, z. B. das Privilege Wheel (Rad der Privilegien) oder das Power Wheel (Rad der Macht). Diese Tools werden von der Charta der Vielfalt zur Verfügung gestellt.
Zur Selbstreflexion gehört es auch, das eigene Handeln aus der Vergangenheit zu hinterfragen und zu analysieren. Allyship fängt also immer bei uns selbst an.
Quellen:
(3) https://hbr.org/2023/06/a-guide-to-becoming-a-better-ally
Wer ein Ally werden möchte, muss sich nicht nur der eigenen Privilegien bewusst werden, sondern auch offen für die Lebensrealitäten anderer Menschen sein und aktiv Wissen erwerben.
Um die Perspektiven marginalisierter Gruppen zu verstehen, ist es besonders wichtig, den Betroffenen zuzuhören. Statt über sie zu sprechen oder zu urteilen, sollten wir den Dialog suchen. Dies spiegelt sich auch im aktivistischen Leitsatz „Nothing about us without us“ (Nichts über uns ohne uns) wider.
Zuhören erfordert Übung. Wir müssen anerkennen, dass jede Person unterschiedliche Erfahrungen gemacht hat und dafür Aufmerksamkeit verdient – selbst wenn bestimmte Perspektiven nicht mit unseren eigenen Überzeugungen oder Erfahrungen übereinstimmen.
Eine weitere Voraussetzung für Allyship ist die Bereitschaft, sich kontinuierlich zu Themen wie Diversität und Diskriminierung weiterzubilden.
Mögliche Anfänge können sein:
- Medien wie Podcasts, Bücher, Serien und Filme, die von marginalisierten Gruppen geschaffen wurden, konsumieren (z.B. das Buch „Unsichtbare Frauen: Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert“ von Caroline Criado-Perez oder die Serie Sex Education)
- Übersichtsseiten und Lexika zu Recherchezwecken lesen (z.B. queer-lexikon.net, https://www.bpb.de/, hateaid.org)
- An Weiterbildungen und Seminaren zu relevanten Themen teilnehmen
- Sich informieren – Regelmäßig den Gil&Toni Supermarkt besuchen und sich beispielsweise über Gender Gaps oder diversitätssensible Bildsprache informieren.
Quellen:
Um Diskriminierung und Unterdrückung entgegenzuwirken, müssen wir Betroffenen Raum geben. Dadurch schaffen wir Sichtbarkeit für ihre Perspektiven und Erfahrungen, die sonst kaum oder gar nicht gehört werden. Auch durch diesen Akt des Zurücktretens einer privilegierten Person, um anderen mehr Raum und Aufmerksamkeit zu ermöglichen, zeichnet sich Allyship aus.
Konkrete Beispiele im Hochschulalltag sind:
- Marginalisierten Studierenden die Anerkennung für gemeinsame Projekte oder Gruppenarbeiten zukommen lassen.
- Mitstudierende bei Lehrenden für bestimmte Stellen oder Rollen empfehlen.
- Sich an geplanten Demonstrationen oder Protesten für die Rechte benachteiligter Gruppen beteiligen.
Ein Ally stellt sich dabei nie selbst in den Vordergrund oder schmückt sich mit den Botschaften anderer (Tokenism). Ebenso sollte vermieden werden, marginalisierte Personen ungefragt in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken und sie dadurch in unangenehme Situationen zu bringen.
Allys werden aktiv, indem sie in Situationen, in denen sie Mikroaggressionen, verbale oder körperliche Gewalt beobachten, einschreiten. Häufig ist es schwierig, eine solche Situation von außen richtig einzuschätzen. Manchmal ist es sinnvoll, direkt zu intervenieren, in anderen Fällen sollte lieber externe Hilfe hinzugezogen werden, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Verschiedene Situationen erfordern also unterschiedliche Arten der Intervention.
Beispiele sind:
- Personen darauf hinweisen, wenn trans Mitstudierende oder trans Lehrende mit den falschen Pronomen oder ihrem Deadname angesprochen werden – oder diese in deren Abwesenheit verwendet werden.
- Sich gegen queerfeindliche Beleidigungen oder diskriminierende Witze aussprechen bzw. entsprechende Posts oder Kommentare auf Social Media melden.
- Wenn eine marginalisierte Person ignoriert oder unterbrochen wird, sagen: „Ich denke, [Name] hatte gerade einen wichtigen Punkt. Lasst uns das noch einmal aufgreifen.“
- Zivilcourage zeigen, wenn eine Person verbal beleidigt oder körperlich angegriffen wird; bei eigener Gefährdung die Polizei rufen oder Menschen in der Umgebung als Unterstützung hinzuziehen.
- Zu einer zuvor diskriminierten Person gehen und sagen: „Ich habe das eben mitbekommen. Wie kann ich dich unterstützen?“
Die Wahl des eigenen Tonfalls kann entscheiden, ob sich die kritisierten Personen angegriffen fühlen und in die Defensive gehen: „Asking the right questions in the right tone can be a powerful way of getting the other person to reflect on their biases without judgement.“ (Die richtigen Fragen im richtigen Ton zu stellen, kann ein wirksames Mittel sein, um die andere Person dazu zu bringen, über ihre Vorurteile nachzudenken, ohne zu urteilen.) (4)
Quellen:
(4) https://hbr.org/2023/06/a-guide-to-becoming-a-better-ally
„In contrast to microaggressions, microaffirmations are little ways that you can affirm someone’s identity; recognize and validate their experience and expertise; build confidence; develop trust; foster belonging; and support someone in their career.“ (Im Gegensatz zu Mikroaggressionen sind Mikrobestätigungen niedrigschwellige Möglichkeiten, die Identität einer Person zu bestätigen, ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen anzuerkennen und zu validieren, Vertrauen aufzubauen, Zugehörigkeit zu fördern und eine Person in ihrer Karriere zu unterstützen.) (4)
Mithilfe von Mikroaffirmationen können wir ausdrücken, dass marginalisierte Personen in unseren Kreisen willkommen sind, ihre Existenz anerkannt und ihr Tun gesehen wird. Sie sind eine Möglichkeit, Toleranz und Wertschätzung für vielfältige Identitäten im Alltag ohne großen Aufwand auszudrücken.
Mikroaffirmationen können positives Feedback für erbrachte Leistungen ebenso umfassen wie Lob oder Komplimente.
Wichtig ist dabei jedoch, Mikroaffirmationen nicht im Sinne einer positiven Diskriminierung zu übertreiben: Die Hervorhebung von Diversitätsmerkmalen kann Marginalisierungen zusätzlich betonen, was der betroffenen Person mehr schadet als nützt. Marginalisierte Lehrpersonen oder Mitstudierende sollten also für ihre tatsächliche Leistung wertgeschätzt werden – trotz und nicht wegen ihrer Diversität!
Mikroaffirmationen können sich außerdem in Form von gender- und diversitätssensibler Sprache äußern.
Zwei Beispiele sind:
- Die eigenen Pronomen in E-Mail-Signaturen oder auf Social Media angeben, um Pronomenangaben queerer Personen zu normalisieren und zu entstigmatisieren.
- Die Begriffe und Terminologie aus der queeren Community übernehmen, um dieser selbstgewählten Sprache Raum zu geben.
Sprache kann dabei helfen, Macht- und Herrschaftsverhältnisse abzubauen. Mehr Informationen dazu findest du hier: Handliche Zwiebeln.