Eingemachtes
Glossar
Unsere leichte Buchstabensuppe für zwischendurch versorgt euch mit einer knappen Übersicht aller schwerverdaulichen Fachbegriffe. Von A bis Z: Fix aufgewärmt und verinnerlicht!
„Auch: Behindertenfeindlichkeit Ableismus bezeichnet die strukturelle Diskriminierung von Menschen, die körperlich und/oder psychisch vorübergehend oder chronisch erkrankt oder behindert sind.“ (1)
„Auch: genderless Als agender können sich Menschen bezeichnen, die kein Geschlecht haben, sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen oder mit dem oder mit dem Konzept von Geschlecht nichts anfangen können. […]“ (1)
„auch: Verbündete*r, Unterstützer*in, Fürsprecher*in Ein*e Ally ist eine Person, die selbst nicht Teil einer marginalisierten Gruppe, z. B. der trans Community, ist, aber diese aktiv unterstützt. […]“ (1)
„Der Anti-Genderismus richtet sich gegen die Geschlechterforschung und das mit dem Gender-Begriff verbundene dekonstruktivistische¹ Verständnis von Geschlecht. […]“ (2)
„auch: Asexualität, Nonsexualität, A_sexualität. Asexualität ist eine sexuelle Orientierung. Eine Person, die, dauerhaft oder zeitweise, keine oder wenig sexuelle Anziehung zu anderen Menschen verspürt, kann sich asexuell nennen. […]“ (1)
„Etwas ist dann barrierefrei, wenn Menschen mit und ohne Behinderung es in allgemein üblicher Weise nutzen können. […]“ (3)
„Das binäre (westliche) Geschlechtersystem geht davon aus, dass es nur zwei Geschlechter, nämlich männlich und weiblich, gibt. Es lässt keine anderen Geschlechter oder Zwischenstufen zu. […]“ (1)
„Bisexualität ist eine sexuelle Orientierung. Als bisexuell können sich Personen bezeichnen, die sich sexuell zu Menschen zweier oder mehrerer Geschlechter hingezogen fühlen. […]“ (1)
„Auch: cisgeschlechtlich ‚Cis‘ ist das Gegenstück zu ‚trans‘. ‚Cis‘ wird benutzt, um auszudrücken, dass eine Person das Geschlecht hat, dem sie bei der Geburt aufgrund der Genitalien zugewiesen wurde. […]“ (1)
„Das Coming Out beschreibt den Prozess, in dem eine Person sich selbst über ihr Geschlecht bzw. ihre romantische oder sexuelle Orientierung bewusst wird (inneres Coming Out) und beginnt, mit anderen darüber zu sprechen (äußeres Coming Out). […]“ (1)
„Ein Deadname (englisch: ‚toter Name‘) ist ein abgelegter, alter Vorname, der meist bei der Geburt gegeben wurde. […]“ (1)
„Jede Form ungerechtfertigter Benachteiligung oder Ungleichbehandlung ist eine Diskriminierung. In der Regel bedeutet dies, dass eine Person schlechter als die andere behandelt wird. Das Verweigern von Rechten, die einer Person zustehen, ist eine Diskriminierung. Oft geht Diskriminierung mit Herabwürdigung und Beleidigung einher. Sie kann ganze Gruppen betreffen, jedes einzelne Mitglied einer Gruppe kann sich diskriminiert fühlen.
Häufig erfolgt Diskriminierung als Abgrenzung aufgrund äußerlich wahrnehmbarer und unveränderlicher Merkmale. Viele Menschen erleben Diskriminierung wegen ihres Geschlechts, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, einer Behinderung oder aufgrund ihres Alters, jung wie alt. Auch wegen äußerlich nicht wahrnehmbarer Merkmale werden Menschen diskriminiert: Wegen ihrer Weltanschauung und Religion, wegen ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung, und zwar meistens dann, wenn dies durch Äußerungen oder auch Kleidung und Habitus erkennbar wird. Formen von Diskriminierung sind vor allem Sexismus, Rassismus und Ableismus. […]“ (4)
„Divers ist ein juristischer Personenstand, den es in Deutschland seit 2018 und in Österreich seit 2019 gibt. Er wurde geschaffen, um intergeschlechtlichenPersonen einen Geschlechtseintrag, der nicht männlich oder weiblich ist, zu ermöglichen. Der Personenstand wird allerdings auch von endogeschlechtlichen trans und nichtbinärenPersonen genutzt. […]“ (1)
„Der Begriff Diversität stammt vom Lateinischen ‚diversitas‘ und bedeutet so viel wie Vielfalt, Verschiedenartigkeit oder Mannigfaltigkeit. In der Biologie bezeichnet Biodiversität beispielsweise die Artenvielfalt von Pflanzen oder Tieren an einem bestimmten Ort. Im gesellschaftlichen Diskurs steht Diversität für die Vielfalt verschiedener Eigenschaften oder Merkmale von Menschen innerhalb einer bestimmten Gruppe oder Organisation. Beim Diversitätsbegriff – nach der englischen Übersetzung auch Diversity genannt – geht es darum, dass jeder Mensch einzigartig und wertvoll ist und Wertschätzung sowie Respekt verdient. […]“ (5)
„Doing Gender bezeichnet den Prozess des permanenten (täglichen), nicht verhinderbaren, interaktiven Austausches, Anpassens und Auseinandersetzens von Personen in die binäre Geschlechterordnung bzw. Heteronormativität, also der gesellschaftlich vorgegebenen Zweigliedrigkeit der Geschlechter in männlich und weiblich und die dazugehörenden Geschlechterrollen. […]“ (6)
„Es gibt nicht das eine ‚dritte Geschlecht‘, aber manche Menschen verwenden diese Bezeichnung für ihre Geschlechtsidentität, die zwischen männlich und weiblich liegt. […]“ (1)
„Emanzipation stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie „Entlassung in die Eigenständigkeit“. Es bezeichnet den Vorgang der Befreiung aus einer Abhängigkeit. Diese Befreiung können einzelne Personen durchlaufen, aber auch Gruppen, die von anderen unterdrückt und unselbständig gehalten werden. Im Sprachgebrauch wird „Emanzipation“ meist in Bezug auf die Rechte der Frauen angewendet. […]“ (6)
„Die Tötung von Frauen wegen ihres Geschlechts oder wegen bestimmter Vorstellungen von Weiblichkeit wird als Femizid oder Feminizid bezeichnet. Der Begriff Femizid wurde von Diana E. H. Russell, einer feministischen Aktivistin und Soziologin, entwickelt. […]“ (7)
„FLINTA ist eine Abkürzung, die ausdrücken soll, wer in bestimmten Räumen oder zu bestimmten Veranstaltungen willkommen ist. Sie steht für Frauen, Lesben, InterMenschen, NichtbinäreMenschen, TransMenschen und AgenderMenschen.“ (1)
„Viele Frauen, die sehr gut ausgebildet sind, stoßen in ihrem beruflichen Werdegang an eine gläseren Decke. In Führungspositionen bleiben Männer unter sich. Die Frauenquote soll es ermöglichen, dass Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt werden. Ziel ist die Gleichstellung von Frauen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur. […]“ (8)
„Gender beschreibt auf einer wissenschaftlichen Ebene das sozial konstruierte Geschlecht und auf einer aktivistischen und persönlichen Ebene die Geschlechtsidentität einer Person. […]“ (1)
„Als Gender Bias werden systematische Verzerrungseffekte bezeichnet, die durch geschlechtsbezogene Stereotypisierungen und Vorurteile entstehen. Gender Bias wirkt nicht nur in alltäglicher Kommunikation und Interaktion, sondern auch in Wissenschaft und Forschung, beispielweise bei Forschungsdesign und -ergebnissen sowie bei personalpolitischen Entscheidungen. […]“ (9)
„Die Überprüfung aller haushaltspolitischen Entscheidungen einer staatlichen Einrichtung und deren Auswirkungen auf Frauen und Männer wird Gender Budgeting genannt. Es ist ein Verfahren zur systematischen Analyse und Gestaltung der Haushaltspläne und weiterer Entscheidungen, Maßnahmen und Programme. Die geschlechtsspezifische Überprüfung soll allen Geschlechtern den gleichen Zugang zu öffentlichen Haushaltsmitteln ermöglichen. Ziel ist, die Gleichstellung zu fördern und auch zu erreichen. […]“ (10)
„Einkommenslücke, Rentenlücke, Lebenseinkommenslücke, Sorgearbeitslücke. In Deutschland haben Frauen und Männer faktisch nicht dieselben Verwirklichungschancen. Diese „Gender Gaps“ sind eng miteinander verknüpft und haben gravierende Auswirkungen auf das Leben von Frauen.“ (11)
„Als ‚gender nonconforming‘ oder ‚gendervariant‘ können sich Personen bezeichnen, die eine Gelechtsidentität haben, die nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde oder die aus gesellschaftlichen Vorstellungen (z. B. zu Verhalten und Kleidung) zu Geschlecht ausbrechen. Im Gegensatz zu trans geht es dabei aber mehr um die grundsätzliche Ablehnung der gesellschaftlichen binären Norm in Bezug auf Geschlecht.“ (1)
„G.-M. ist ein politisches Programm und Instrument, das auf die Gleichstellung von Frauen und Männern zielt. Grundgedanke ist, dass die (möglichen) Auswirkungen aller politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entscheidung auf die unterschiedlichen, männlichen bzw. weiblichen Lebensbedingungen zu berücksichtigen sind. Ziel ist somit nicht nur die statistische Gleichstellung, sondern v. a. die Anerkennung der unterschiedlichen Interessen und Lebenssituationen von Frauen und Männern.“ (12)
„Wörtlich übersetzt bedeutet Gender Studies Geschlechterstudien. Gemeint ist eine Wissenschaft, die sich mit der Bedeutung von Geschlecht für Politik, Kultur und Gesellschaft befasst. Die Geschlechterforschung ist ein interdisziplinäres Fachgebiet, das die Geschlechterverhältnisse eingehend untersucht. Das Ziel ist, grundlegende Kenntnisse über Privilegien und Diskriminierung ausgehend vom Geschlecht zu ermitteln. Es geht um differenziertes Geschlechterwissen und Genderkompetenz. […]“ (13)
„Genderfluid ist ein Geschlecht. Als genderfluid können sich Menschen bezeichnen, bei denen sich die Geschlechtsidentität über einen Zeitraum oder auf bestimmte Situationen bezogen ändert. […]“ (1)
„Genderqueer ist ein Überbegriff für Menschen, die nicht in die geschlechterbinäre Norm passen. […]“ (1)
In den letzten Jahren wurde in einigen Bundesländern die öffentlich als sogenanntes „Genderverbot“ titulierte Änderung der jeweiligen Allgemeinen Geschäftsordnung für Behörden hinsichtlich Sprache verabschiedet. Diese Änderung bezieht sich allerdings nur auf den dienstlichen Schriftverkehr in Behörden und staatlichen Schulen der jeweiligen Bundesländer. Sie besagt, dass im dienstlichen Schriftverkehr und in der Normsprache die Behörden die Amtliche Regelung der deutschen Rechtsschreibung anwenden, und mehrgeschlechtliche Schreibweisen durch Wortbindezeichen wie Genderstern, Doppelpunkt, Gender-Gap oder Mediopunkt unzulässig sind.
„Unter »Genderzeichen« werden in der Typografie typografische Satzzeichen (Sonderzeichen) bzw. orthografische Satzzeichen (Interpunktionszeichen) verstanden, die im Sinne einer geschlechtergerechten Sprache zwischen männlichen, weiblichen und auch nichtbinären bzw. diversgeschlechtlichen Personen in Form einer gendergerechten Schreibweise als Platzhalter in Personenbezeichnungen (z.B. Ingenieur:in) dienen. […]“ (15)
„Das generische Maskulinum ist eine Personen- oder Berufsbezeichnung in der grammatisch männlichen Form. Generisch bedeutet, das Wort soll als allgemeingültiger Oberbegriff dienen: Eine Personengruppe, die sich aus allen Geschlechtern zusammensetzt, wird maskulin bezeichnet. […]“ (16)
„Oft wird Geschlecht am Körper einer Person, insbesondere an den Genitalien, festgemacht. Geschlecht, auch körperliches Geschlecht (manchmal auch biologisches genannt), ist aber eine komplexe soziale Kategorie. […]“ (1)
„Geschlechternormen sind Vorstellungen darüber, wie Frauen und Männer sein und handeln sollten. Früh im Leben verinnerlicht, können Geschlechternormen einen Lebenszyklus der Geschlechtersozialisation und -stereotypisierung begründen.“ (17)
„Eine Geschlechterrolle ist eine Sammlung von Erwartungen an Personen eines bestimmten Geschlechts. Darunter gehören Erwartungen an Verhalten, Kleidungsstil, Berufe, Eigenschaften, Hobbies etc. […]“ (1)
„Geschlechterstereotype sind gesellschaftliche Zuschreibungen von bestimmten Eigenschaften, Merkmalen, Verhaltensweisen, Fähigkeiten und Aussehen zu einem bestimmten Geschlecht. […]“ (1)
„Unter Geschlechtsausdruck versteht man die Tatsache, dass sich jeder Mensch durch Kleidung, Frisur, Gestik, Verhalten, Berufswahl, Hobbies, Freundeskreis und viele andere Dinge für Dritte mehr oder weniger „weiblich„, „männlich“ oder auch „neutral“ darstellt. Der Geschlechtsausdruck hat allerdings nichts mit der Geschlechtsidentität der betreffenden Person zu tun. […]“ (18)
„Die Geschlechtsidentität eines Menschen bezeichnet, mit welchem Geschlecht oder welchen Geschlechtern sich ein Mensch selbst identifiziert. Die Geschlechtsidentität eines Menschen muss nicht mit dem Geschlecht übereinstimmen, dem die Person bei der Geburt zugewiesen wurde.“(1)
„Situation, in der alle Menschen ihre persönlichen Fähigkeiten frei entwickeln und freie Entscheidungen treffen können, ohne durch strikte geschlechtsspezifische Rollen eingeschränkt zu werden, und in der die unterschiedlichen Verhaltensweisen, die unterschiedlichen Ziele und die unterschiedlichen Bedürfnisse von Frauen und Männern in gleicher Weise berücksichtigt, anerkannt und gefördert werden. Gewährleistung des Fehlens jeglicher unmittelbaren oder mittelbaren Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.“ (6)
Immer häufiger findet geschlechtersensible Sprache ihren Weg in Texte, sei es durch Doppelnennungen, neutrale Formulierungen oder Sonderzeichen. Auch in der gesprochenen Sprache wird zunehmend der sogenannte Glottisschlag verwendet – eine kurze Pause gefolgt von einem Stimmlippenverschlusslaut, der Sonderzeichen wie das Gendersternchen hörbar macht. Zur besseren Vorstellung: Gesprochen wird der Glottisschlag wie die Pause in den Worten „The-ater“ oder „Spiegel-ei“.
„Heteronormativität ist eine Norm in unserer Gesellschaft. […] Es wird also davon ausgegangen, dass jede Person nur eins von zwei Geschlechtern hat, nämlich entweder männlich oder weiblich, und dass dieses Geschlecht schon bei der Geburt an den Genitalien abgelesen werden kann. Außerdem wird davon ausgegangen, dass diese Geschlechter sich grundlegend voneinander unterscheiden und sich sexuell und romantisch aufeinander beziehen. Zusätzlich gibt es die Erwartung, dass alle Menschen in monogamen, romantischen und sexuellen Beziehungen sind oder sein wollen. […]“ (1)
„Heterosexualität ist eine sexuelle Orientierung. Heterosexuelle Menschen fühlen sich sexuell zu Menschen des bzw. eines anderen Geschlechts hingezogen. […]“ (1)
„Homosexualitätist eine sexuelle Orientierung. Als homosexuell können sich Menschen bezeichnen, die sich zu dem bzw. einem eigenen oder ähnlichen Geschlecht hingezogen fühlen. Homosexuelle Männer bezeichnen sich oft als schwul, homosexuelle Frauen als lesbisch.“ (1)
„Inklusion soll es allen Menschen ermöglichen, gleichermaßen am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Jeder gehört ganz natürlich dazu, jede kann mitmachen. […]“ (20)
„auch: inter*, Intersex, Intersexualität (veraltet). Intergeschlechtliche Menschen sind Menschen, deren körperliches Geschlecht (beispielsweise die Genitalien oder die Chromosomen) nicht der medizinischen Norm von ‚eindeutig‘ männlichen oder weiblichen Körpern zugeordnet werden kann, sondern sich in einem Spektrum dazwischen bewegt. […]“ (1)
„Intersektionalität bedeutet, dass verschiedene gesellschaftliche Strukturen zusammenhängen, also z.B. Geschlecht, Sexualität, Herkunft, Kultur, Religion und sozialer Status.
Das heißt, dass auch verschiedene Diskriminierungsformen, wie z.B. Rassismus, Queerfeindlichkeit und Behindertenfeindlichkeit, zusammenhängen und in diesen Zusammenhängen betrachtet werden müssen. So erleben z.B. Frauen, die ein Kopftuch tragen, eine spezifische, miteinander verwobene Form von Rassismus, Islamfeindlichkeit und Sexismus.“ (1)
„Lesbisch beschreibt eine sexuelleund/oder romantische Orientierung. Der Begriff beschreibt im Allgemeinen die queere Anziehung zu Frauen und Weiblichkeit. […]“ (1)
„LGBTQIA* ist eine Abkürzung der englischen Wörter Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Intersexual und Asexual. Es ist also eine Abkürzung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, queere, inter* und asexuelle Menschen.“ (21)
„An alles zu denken, an was gedacht werden muss, das bedeutet Mental Load. Wortwörtlich ist es die Last im Kopf. Sie trifft in erster Linie Frauen, die in der Partnerschaft neben der eigenen Berufstätigkeit den Haushalt versorgen und vom Zeitpunkt der Geburt an die Kinder betreuen. Diese Selbstverständlichkeit des „Kümmerns“ ist ein Stress, den niemand sieht, und der bis zum Burn Out führen kann. […]“ (22)
„Misgendern bedeutet, dass eine Person einem falschen Geschlecht zugeordnet und/oder über sie mit dem falschen Pronomen oder falschen vergeschlechtlichten Bezeichnungen (wie ‚Frau‘) geredet wird. Das kann manchmal unabsichtlich passieren. […]“ (1)
„Misogynie bedeutet in etwa ‚Frauenhass‘ oder ‚Frauenfeindlichkeit‘. In einem patriarchalen System beschriebt Misogynie die Abwertung von und den Hass auf Frauen und Weiblichkeit. […]“ (1)
„Multigender ist ein Geschlecht. Als multigender können sich Personen bezeichnen, die mehr als ein Geschlecht haben. Die Geschlechtsidentitäten können gleichzeitig oder abwechselnd auftreten.“ (1)
„Monogamie bedeutet ‚Einehe‘ und beschreibt dass eine Person nur mit einer anderen Person auf einmal verheiratet bzw. in einer Beziehung ist. […]“ (1)
„Auch: nonbinary, nicht-binär, nicht binär, non binär. Nichtbinär ist ein Geschlecht. Als nichtbinär können sich Menschen bezeichnen, die nicht (oder nicht zu 100%) Mann oder Frau sind. Stattdessen ist ihr Geschlecht beispielsweise beides gleichzeitig, zwischen männlich und weiblich, oder weder männlich noch weiblich. Manche nichtbinäre Menschen verorten sich ganz außerhalb des binären Systems, manche haben gar kein Geschlecht (agender) oder haben eine Geschlechtsidentität, die sich immer wieder ändert (genderfluid). […]“ (1)
„Die Objektifizierung von Frauen und FLINTA* bezieht sich auf den Prozess, durch den sie auf ihre physischen Merkmale, insbesondere auf ihre Sexualität und ihr Aussehen, reduziert werden, anstatt als eigenständige Personen mit Gedanken, Gefühlen und individuellen Identitäten wahrgenommen zu werden.“ (23)
„auch: Fremdouting, jemanden outen, geoutet werden. Geoutet zu werden steht im Gegensatz zum Coming Out. Jemanden zu outen bedeutet, die Geschlechtsidentität und/oder romantischebzw. sexuelle Orientierung eines Menschen einem anderen Menschen, einer Gruppe und/oder der Öffentlichkeit zu verraten. Meistens findet das unfreiwillig, ohne die Zustimmung oder Einwilligung der betroffenen Person statt. […]“ (1)
„Pansexualität ist eine sexuelle Orietierung. Als pansexuell können sich Menschen bezeichnen, die sexuelle Anziehung gegenüber Menschen aller Geschlechter empfinden beziehungsweise deren sexuelle Anziehung nicht vom Geschlecht der anderen Person(en) abhängig ist. […]“ (1)
„Patriarchat (lateinisch: ‚Väterherrschaft‘) beschreibt eine Gesellschaftsform, in der Männer die gesellschaftliche Machtposition haben und in der sie soziale Beziehungen, Werte, Normen und Anforderungen an alle Menschen prägen und kontrollieren. […]“ (1)
„Policing (englisch: ‚überwachen, kontrollieren‘) beschreibt die Durchsetzung von bestimmten Normen und (gesellschaftlichen) Erwartungen, insbesondere bei Personen, die Normen (wie beispielsweise zu Geschlecht, sexuellerbzw.romantischer Orientierung) überschreiten. Policing funktioniert z. B. über Stigmatisierung, über Abwertung und Diskriminierung. Durch Policing werden gesellschaftliche Normen, wie die Geschlechtsbinarität, aufrechterhalten.“ (1)
„Als „politically correct“ und damit wünschenswert wird eine Sprachverwendung tituliert, bei der die Sprecher/-innen einen aktuellen Sprachgebrauch auf Grundlage bestimmter Normen kritisch hinterfragen. Mit Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse sowie auf historische Verwendungszusammenhänge können dann einzelne Wörter, Redewendungen oder Denkfiguren als unangemessen verworfen und gegebenenfalls durch Alternativen ersetzt werden. Erstrebt wird eine Sprachverwendung, die sich durch respektvollen Umgang miteinander ohne Diskriminierung auszeichnet.“ (24)
„Auch: polyam, poly. Polyamorie beschreibt eine Art, zu lieben und Beziehungen zu führen. Als polyamor können sich Menschen bezeichnen, die sich in mehr als eine Person auf einmal verlieben und/oder romantische, queerplatonische und/oder sexuelle Beziehungen mit mehr als einer Person gleichzeitig haben (wollen).“ (1)
„Polygamie bedeutet ‚Vielehe‘ und bezeichnet eine Form der Ehe, bei der mehr als nur zwei Personen verheiratet sind. Es geht dabei meist um eine Person, die mehrere Ehepartner*innen hat, und nicht um eine Gruppe von Personen, die alle miteinander verheiratet sind.“ (1)
„Polygender beschreibt Menschen, die viele Geschlechtsidentitäten in sich vereinen. Diese geschlechtliche Vielfalt in einer Person kann männlich, weiblich, zwischengeschlechtlich sein oder andere Geschlechter umfassen. Die einzelnen Geschlechtsidentitäten können gleichzeitg oder zeitversetzt, abwechselnd von der betreffenden Person empfunden werden.“ (25)
„Pronomen sind Wörter (wie ‚du‘, ‚er‘ und ’sie‘), die an die Stelle von Substantiven (auch Nomen genannt) und Namen treten, um Sätze zu vereinfachen oder Wiederholungen zu vermeiden. Im queeren und feministischen Kontext bezeichnet „Pronomen“ oft nur die Personalpronomen in der 3. Person Singular. Im Deutschen werden für Personen vergeschlechtlichte Pronomen genutzt (insbesondere ‚er‘ und ’sie‘). Es entstehen aber inzwischen auch Vorschläge für nicht-vergeschlechtlichte Pronomen für Personen (sogenannte Neopronomen), dazu gehören u. a. ‚dey‘ oder ‚xier‘.“ (1)
„Queer kann sowohl als eigenes Label als auch als Schirmbegriff für alle anderen Labels oder die queere Community verwendet werden. Außerdem sind die Queer Studies ein wissenschaftliches Fachgebiet. […]“ (1)
„Auch: Queerphobie. Queerfeindlichkeit ist die Diskriminierung von queeren Menschen. Sie zeigt sich z.B. durch Ablehnung, Wut, Intoleranz, Vorurteile, Unbehagen oder körperliche bzw. psychische Gewalt. Queerfeindlichkeit kann aber auch nicht queere Menschen treffen, die als queer wahrgenommen werden oder die (scheinbar) von den gesellschaftlichen Regeln und Normen zu Sexualität und Geschlecht abweichen. […]“ (1)
„Auch: gay (engl. schwul). Schwul beschreibt eine sexuelleund/ oder romantische Orientierung. Der Begriff beschreibt im Allgemeinen die queere Anziehung zu Männern und Männlichkeit. […]“ (1)
„Sexismus bezeichnet alle Formen von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Dabei richtet sich Sexismus gesellschaftlich bei uns immer gegen vermeintlich nicht-männliche (und ganz besonders weibliche) Personen oder Eigenschaften. […]“ (1)
„Die sexuelle Orientierung eines Menschen beschreibt, zu Menschen welches Geschlechts bzw. welcher Geschlechter sich ein Mensch emotional, körperlich und/oder sexuell hingezogen fühlt. […]“ (1)
„Die Tätigkeit des Sorgens und Sich-um-andere- Kümmerns ist Care-Arbeit, zu Deutsch Sorgearbeit. Sie ist in der Regel unbezahlt. Care-Arbeit wird meist von Frauen geleistet. Innerhalb der Familie übernehmen Männer nur selten die damit verbundenen Pflichten, häufig auch nur einen Teil davon. Dieser Unterschied beziffert sich im Gender Care Gap. […]“ (26)
„TINA* bedeutet trans*Personen, Inter*Personen, Non-Binary*Personen und Agender*Personen. TINA fasst dabei meist alle Identitätsgruppen zusammen welche nicht binäre Cis-Gender sind, also keine cis-Männer und keine cis-Frauen sind.“ (27)
„Auch: trans*, transgeschlechtlich. Menschen, die nicht das Geschlecht sind, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, sind trans. Trans Menschen können sowohl binär (also Mann oder Frau) als auch nichtbinär sein. Das Gegenteil von trans ist cis. […]“ (1)
„Auch: Transphobie. Transfeindlichkeit bezeichnet die Diskriminierung von trans Menschen. Sie zeigt sich z.B. durch Ablehnung, Wut, Intoleranz, Vorurteile, Unbehagen oder körperliche bzw. psychische Gewalt gegenüber trans Personen. Transfeindlichkeit kann auch Menschen treffen, die nicht trans sind, aber als trans wahrgenommen werden. […]“ (1)
„Transgender ist eine Geschlechtsmodalität. Als transgender können sich Menschen bezeichnen, die nicht dem Geschlecht angehören, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. […]“ (1)
„Als Transition wird der Prozess bezeichnet, in dem eine trans Person soziale, körperliche und/oder juristische Änderungen vornimmt, um das eigene Geschlecht auszudrücken. […]“ (1)
„Als Transvestiten können sich Menschen bezeichnen, die sich aus verschiedenen Gründen wie ein Geschlecht kleiden, das nicht ihres ist. Dabei wird von traditionellen gesellschaftlichen Vorstellungen von vergeschlechtlichter Kleidung ausgegangen. Transvestiten sind nicht gleichbedeutend mit trans Person. […]“ (1)
„Die Theorie von Undoing Gender schraubt die allgegenwärtige Wahrnehmung von Geschlecht zurück. Das Geschlecht der anderen Person wird zwar registriert, in vielen Situationen spielt es aber in der Interaktion nur eine geringe Rolle, so die von dem Soziologen Stefan Hirschauer entwickelte Theorie. Undoing Gender eröffnet mehr Gestaltungsmöglichkeiten für das Individuum. […]“ (28)
„Auch: Hebammengeschlecht. Das zugewiesene Geschlecht beschreibt den Geschlechtseintrag auf der Geburtsurkunde eines Kindes, der bei der Geburt aufgrund von Genitalien zugewiesen wird. […]“ (1)
(1) Queeres Glossar von Queer Lexikon e.V., https://queer-lexikon.net veröffentlicht unter CC-BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de – und unverändert veröffentlichen.
(2) https://www.gender-nrw.de/antigenderismus/
(3) https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-in-einfacher-sprache/263423/barrierefreiheit/
(4) https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/diskriminierung
(5) https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/diversitaet
(6) https://www.bgf.ovgu.de/Glossar-p-10758.html#D
(8) https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/frauenquote
(10) https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/gender-budgeting
(11) https://unwomen.de/gender-gaps-in-deutschland/
(12) https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17522/gender-mainstreaming/
(13) https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/gender-studies
(14) https://www.typolexikon.de/genderzeichen/
(15) https://www.genderleicht.de/generisches-maskulinum/
(16) https://eige.europa.eu/publications-resources/thesaurus/terms/1288?language_content_entity=de
(17) https://dgti.org/2021/09/16/geschlechtsausdruck/
(18) https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/inklusion
(19) https://pinkstinks.de/glossar/
(20) https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/mental-load
(22) https://www.paula-panke.de/queerfeministischer-wortschatz-objektifizierung/
(24) https://www.bpb.de/themen/gender-diversitaet/geschlechtliche-vielfalt-trans/500946/polygender/
(25) https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/care-arbeit
(26) https://lgbt.fandom.com/de/wiki/TINA*
(27) https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/undoing-gender