Eingemachtes

FAQs

Der eigene Senf, unsere Kreation des Hauses, liefert euch abschließend knackige Antworten auf scharfe Nachfragen. Absolut empfehlenswert und nur solange der Vorrat reicht!

Es gibt doch nur zwei Geschlechter – Mann und Frau?

Bei der Bestimmung des biologischen Geschlechts spielen mehrere körperliche Ebenen eine Rolle: Chromosomen, Hormone sowie innere und äußere Geschlechtsorgane. Auf all diesen Ebenen gibt es mehr als zwei Varianten. Je nach Ausprägung kann das biologische Geschlecht intergeschlechtlich, weiblich oder männlich sein.

Bei intergeschlechtlichen Menschen lassen sich die körperlichen Merkmale nicht eindeutig als männlich oder weiblich einordnen – oder sie weisen sowohl männliche als auch weibliche Merkmale auf.

Wenn es um die Geschlechtsidentität geht, also darum, welchem sozialen Geschlecht sich eine Person zugehörig fühlt, gibt es eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Im Sinne des Selbstbestimmungsrechts weiß jede Person am besten, mit welchem Geschlecht sie sich identifiziert – auch wenn dieses nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen biologischen Geschlecht übereinstimmt oder nicht der Wahrnehmung anderer entspricht.

Quelle:

https://www.liebesleben.de/fuer-alle/geschlechtsidentitaet/geschlechtsidentitaet-und-geschlechtliche-vielfalt/

Ist die Gleichstellung der Geschlechter nicht schon längst erreicht?

Die geschlechtliche Gleichstellung von Männern und Frauen ist sowohl juristisch als auch ideell in unserer Gesellschaft verankert. Dennoch ist die tatsächliche Gleichstellung im Alltag in Deutschland noch nicht erreicht. Die bestehenden Ungleichheiten zeigen sich in sogenannten „Gender Gaps“ – also in signifikanten Unterschieden zwischen Männern und Frauen in Bereichen wie Lebensbedingungen, Einkommen, zugeschriebenen Fähigkeiten und Interessen.

Beispiele hierfür sind der Gender Pay Gap, der Gender Care Gap und der Gender Data Gap. In der Regel beziehen sich die zugrunde liegenden Daten jedoch nur auf Frauen und Männer, während nichtbinäre oder genderqueere Menschen oft unberücksichtigt bleiben. Daher erfassen Gender Gaps ausschließlich die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern.

Eine umfassende Gleichstellung ist erst dann erreicht, wenn diese Lücken geschlossen sind und alle Geschlechter gleiche Chancen und Teilhabemöglichkeiten haben.

Quellen:

Diewald, G.; Steinhauer, A. (2020): Handbuch geschlechtergerechte Sprache; Wie Sie angemessen und verständlich gendern. Berlin: Cornelsen Verlag GmbH, S. 127.

https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Verdienste-GenderPayGap/_inhalt.html

Sagt Gender etwas über die sexuelle Orientierung aus?

Nein, denn Gender bezieht sich auf die Geschlechtsidentität einer Person – also darauf, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlt. Die sexuelle Orientierung hingegen beschreibt, zu wem sich eine Person romantisch oder sexuell hingezogen fühlt.

Diese beiden Aspekte sind vollkommen unabhängig voneinander. Auch ob eine Person cis- oder transgeschlechtlich ist, hat keinen Einfluss auf ihre sexuelle Orientierung.

Quelle:

Kappler, K. (2019): Die Verfolgungen wegen der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft.

Ist Queer-Sein nur ein Trend?

Diese Annahme könnte darauf zurückzuführen sein, dass sich derzeit viele Menschen als genderqueer outen und sich öffentlich zur queeren Community bekennen. Auch Unternehmen greifen diesen gesellschaftlichen Wandel auf und nutzen ihn für ihr Marketing – etwa indem sie im Pride Month Produkte im Regenbogen-Design herausbringen.

Dennoch ist Queer-Sein kein Trend. Vielmehr haben heute mehr Menschen Zugang zu Informationen, die ihnen helfen, sich ihrer Geschlechtsidentität bewusst zu werden und passende Worte für ihre Wahrnehmungen und Gefühle zu finden. Zudem trägt eine offenere und tolerantere Gesellschaft dazu bei, dass sich genderqueere Personen sicherer fühlen und weniger Diskriminierung oder Gewalt erfahren. Dadurch wird es ihnen möglich, ihre Geschlechtsidentität selbstbewusst zu leben und die Sichtbarkeit geschlechtlicher Vielfalt zu stärken.

Quellen:

https://www.liebesleben.de/fuer-alle/sexuelle-orientierung/vorurteile-rund-um-die-sexuelle-orientierung/

https://echte-vielfalt.de/lebensbereiche/lsbtiq/woher-kommt-eigentlich-der-pride-month/

Will Gleichstellung alle Geschlechter gleichmachen?

Gleichstellungsarbeit setzt sich für die Gleichberechtigung und Chancengleichheit aller Mitglieder einer Gesellschaft ein. Unterschiede zwischen Individuen sollen und dürfen natürlich bestehen – jedoch unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit.

Gleichstellung bedeutet auch, die Interessen, Bedürfnisse und Prioritäten aller Geschlechter in ihrer Vielfalt zu berücksichtigen. Starre Geschlechterrollen hingegen weisen Frauen und Männern unterschiedliche, teils gegensätzliche Interessen, Fähigkeiten und Aufgaben zu. Dies beeinflusst unter anderem ihre wirtschaftliche Stellung und die Verteilung häuslicher Sorgearbeit – und steht damit der Gleichberechtigung sowie Chancengleichheit im Weg.

Quelle:

https://eige.europa.eu/publications-resources/thesaurus/terms/1059?language_content_entity=de

Werden Männer durch Gleichstellungsarbeit diskriminiert?

Man könnte durch die gezielte Förderung von Frauen den Eindruck gewinnen, dass hier ein neues Ungleichgewicht entsteht. Dabei haben Männer aufgrund ihres Geschlechts nach wie vor deutlich mehr Privilegien und Vorteile, während Frauen und andere Geschlechter häufiger von diskriminierenden und ausschließenden Strukturen betroffen sind.

Ziel von Gleichstellungsarbeit ist es jedoch nicht, Männer zu benachteiligen oder schlechter zu stellen. Vielmehr geht es darum, Gleichstellung für Frauen und andere Geschlechter zu erreichen, bestehende Nachteile auszugleichen und so Gerechtigkeit zu schaffen.

Gleichstellungsarbeit kann zugleich neue Perspektiven und Chancen für Männer eröffnen – etwa durch das Aufbrechen starrer, traditioneller Männlichkeitsbilder (z.B. immer stark und souverän zu sein, nicht zu weinen, Karriere zu machen etc.). Auch das Bundesgleichstellungsgesetz kann dazu beitragen, die Rechte von Männern zu stärken, etwa in Bezug auf die gleichberechtigte Betreuung ihrer Kinder.

Letztlich profitieren also nicht nur Frauen und nichtbinäre Menschen von Gleichstellungsarbeit, sondern auch Männer.

Quelle:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/alle-meldungen/studie-zeigt-gleichstellung-ist-auch-fuer-maenner-ein-thema-115416

Warum betrifft das Thema Gender uns alle?

Egal, ob in der Hochschule, im Unternehmen oder beim Einkaufen: Aspekte von Gender begegnen uns überall im Alltag.

Dabei geht es weniger um Political Correctness, sondern vielmehr um Respekt und Empathie, wenn wir geschlechtersensibel mit unseren Mitmenschen umgehen. Indem wir uns informieren und ein Basiswissen zu den Themen rund um Gender aneignen, entwickeln wir mehr Verständnis – zum Beispiel, wenn Personen aus unserem Umfeld plötzlich mit einem anderen Pronomen angesprochen werden möchten.

Eine grundlegende Genderkompetenz steigert zudem unsere Awareness für geschlechtsbezogene Diskriminierung und Ungleichheit. Die Aufgeheiztheit der politischen Debatte um Gender ändert nichts an seiner alltäglichen Relevanz. Im Gegenteil, sie zeigt uns, wie wichtig es ist, informiert zu sein, um populistischen Argumenten sachlich begegnen zu können.

Quelle:

Maier, T. (2021): Re:framing gender. Geschlechtergerechte politische Kommunikation verstehen und umsetzen. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung Referat Demokratie Gesellschaft & Innovation.

Wozu brauchen wir Frauenquoten?

Menschen, die andere einstellen, tendieren dazu, sich für diejenigen zu entscheiden, die ihnen selbst ähnlich sind. Dieses Phänomen wird auf Vorstandsebene auch als „Thomas-Kreislauf“ bezeichnet, da „Thomas“ viele Jahre lang der häufigste Name in deutschen Vorständen war. Objektive Auswahlmechanismen nehmen mit der Hierarchiehöhe ab, während das Bauchgefühl an Bedeutung gewinnt. Das führt dazu, dass männliche CEOs tendenziell Nachfolger auswählen, die ihnen ähnlich sind.

Im Jahr 2022 wurde „Thomas“ allerdings abgelöst: Mittlerweile gibt es mehr Vorstandsvorsitzende namens Christian als weibliche Vorstandsvorsitzende. Zwar ist die Zahl der erwerbstätigen Frauen in den letzten zwei Jahrzehnten stetig gestiegen, doch Führungspositionen werden nach wie vor überwiegend von Männern besetzt.

Da es genügend hochqualifizierte Frauen auf Führungsebenen gibt, wird die Frauenquote als Mittel betrachtet, um diese beim Karriereaufstieg zu unterstützen. Dabei geht es nicht darum, Frauen allein aufgrund ihres Geschlechts einzustellen, sondern ihnen die verdienten Beförderungen zu ermöglichen, die männliche Machtstrukturen sonst verhindert hätten.

Quelle:

https://www.allbright-stiftung.de/kpfe