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Gendersensibilität und Verantwortung
Überrasch‘ Dich selbst und erfahre hier, welche Rolle Euch als Studierende für eine gendersensible Lehre zukommt!
Die Verantwortung für eine offene und tolerante Hochschulkultur, die allen Studierenden gleiche Chancen und Möglichkeiten bietet, liegt nicht nur bei den Lehrenden. Auch die Studierenden selbst sind Teil der Institution und leisten einen wichtigen Beitrag zu gendersensibler Lehre, und damit zu einer offenen, gerechteren, respektvollen Atmosphäre.
Häufig richten sich Sensibilisierungsangebote und Weiterbildungsmöglichkeiten nur an Lehrende. Dabei wird übersehen, wie wichtig Genderkompetenzen auch bei Studierenden sind.
Im Hochschulalltag wird Geschlecht durch individuelles Verhalten, Sprache und soziale Interaktionen produziert und reproduziert (Doing Gender). Um geschlechtsspezifische Normen und veraltete Rollenbilder zu hinterfragen und aufzubrechen, sind Genderkompetenzen bei allen Beteiligten gefragt – auch bei den Studierenden.
Studierende haben einen wesentlichen Einfluss auf das Klima an Hochschulen und prägen die Dynamik innerhalb von Lehrveranstaltungen. Ihr Verhalten, ihre Erwartungen und ihr Feedback können daher zu einer inklusiven und wertschätzenden Lernatmosphäre beitragen. Studierende können sich aktiv in Diskussionen einbringen, wenn es um Gendersensibilität, ein gendergerechtes Lernsetting und ganz allgemein um die Lernatmosphäre geht. So fördert Ihr den Austausch über eine gendersensible Lern- und Lehrkultur.
Genderkompetenzen sind jedoch nicht nur für ein tolerantes Miteinander im Hochschulalltag von Bedeutung – sie stellen auch eine Schlüsselqualifikation dar, die die Studierenden bis ins Berufsleben begleitet. Denn viele Organisationen mit einer progressiv-weltoffenen Unternehmenskultur setzen heute grundlegende Genderkompetenz im Arbeitsumfeld voraus.
Gendersensibilität von Studierenden umfasst ein bewusstes und reflektiertes Verhalten in Lehrveranstaltungen, das sich durch inklusive und wertschätzende Kommunikation auszeichnet. Ein respektvoller Umgang im Hochschulalltag trägt dazu bei, eine offene und diskriminierungsfreie Lernumgebung zu schaffen. Darüber hinaus spielen Soft Skills eine zentrale Rolle, insbesondere in Gruppenarbeitsprozessen, in denen Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe aller Beteiligten gefördert werden sollten.
Gendersensibilität beschränkt sich jedoch nicht nur auf akademische Kontexte, sondern prägt auch den persönlichen Umgang mit Diversität im privaten Umfeld. Indem Studierende lernen, aktiv zuzuhören, Empathie zu entwickeln und neue Perspektiven einzunehmen, erweitern sie ihren eigenen Horizont und fördern ein respektvolles Miteinander.
Die Auseinandersetzung mit Gender- und Diversitätsthemen bereitet zudem auf das spätere Berufsleben vor, in dem interkulturelle und diverse Teams zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ein geschulter Umgang mit Vielfalt kann die eigene Teamfähigkeit stärken und sich positiv auf berufliche Entwicklungsmöglichkeiten auswirken.
Darüber hinaus ermöglicht Gendersensibilität den Studierenden, Selbstwirksamkeit zu erfahren und durch Empowerment eine aktivere Rolle in hochschulpolitischen Prozessen einzunehmen. Diversität sollte daher nicht nur als Herausforderung, sondern vor allem als Bereicherung für alle verstanden werden.
Genderkompetenz ist für Studierende im Berufseinstieg aus mehreren Gründen wichtig, da sie nicht nur im akademischen Umfeld, sondern auch in der Arbeitswelt eine zunehmend relevante Schlüsselqualifikation darstellt.
Die Gründe dafür sind sehr vielfältig und gewichtig. Hier könnt ihr die Mehrwerte für euch entdecken:
- Diversität und Inklusion in modernen Arbeitsumfeldern
- Viele Unternehmen und Organisationen legen heute großen Wert auf Diversität und Inklusion. Genderkompetenz ermöglicht es Berufseinsteigenden, sich in heterogenen Teams zurechtzufinden und respektvoll mit unterschiedlichen Geschlechteridentitäten, Hintergründen und Perspektiven umzugehen.
- Es ist aus vielen Studien und aus der Praxis bekannt, dass ein inklusives Arbeitsklima Innovation, Kreativität und Produktivität fördert.
- Kommunikation und Teamarbeit
- Genderkompetenz stärkt die Fähigkeit, sensibel und reflektiert zu kommunizieren. Dies ist besonders in Teams wichtig, in denen unterschiedliche Geschlechterrollen und -erwartungen aufeinandertreffen.
- Berufseinsteigende, die geschlechtsspezifische Stereotype erkennen und hinterfragen können, tragen maßgeblich zu einem wertschätzenden und konfliktarmen Arbeitsumfeld bei.
- Erwartungen von Arbeitgebern
- Viele Unternehmen, insbesondere solche mit progressiver Unternehmenskultur, erwarten von ihren Mitarbeitenden ein grundlegendes Verständnis zu Genderfragen. Genderkompetenz wird zunehmend als Teil der sozialen und persönlichen Kompetenzen vorausgesetzt.
- Unternehmen und Organisationen schätzen Arbeitskräfte, die sich mit Themen wie Chancengleichheit, Diskriminierungsschutz und Diversität auseinandergesetzt haben.
- Umgang mit Machtstrukturen und Hierarchien
- Im Berufsleben sind geschlechtsspezifische Machtstrukturen und Hierarchien oft noch präsent. Genderkompetenz hilft Berufseinsteigenden, diese Strukturen zu erkennen, kritisch zu hinterfragen und sich selbstbewusst in ihnen zu bewegen.
- Sie befähigt dazu, Diskriminierung und Benachteiligung zu erkennen und aktiv dagegen vorzugehen – sei es für sich selbst oder für andere. >< Ally-Link
- Kundinnen- und Kundenorientierung
- In vielen Branchen ist es wichtig, die Bedürfnisse und Perspektiven unterschiedlicher Geschlechter zu verstehen, um zielgruppengerechte Produkte, Dienstleistungen oder Lösungen anzubieten.
- Genderkompetenz ermöglicht es, sensibel auf die Anforderungen von Geschäftsbziehungen einzugehen und so einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen.
- Eigene Karriereentwicklung
- Genderkompetenz hilft Berufseinsteigenden, geschlechtsspezifische Barrieren in ihrer Karriere zu erkennen und zu überwinden. Sie fördert die Reflexion über eigene Rollenbilder und Verhaltensmuster, die die berufliche Entwicklung beeinflussen können.
- Sie trägt dazu bei, ein selbstbewusstes und authentisches Berufsbild zu entwickeln, das frei von stereotypen Erwartungen ist.
- Gesellschaftliche Verantwortung
- Unternehmen übernehmen zunehmend gesellschaftliche Verantwortung und setzen sich für Gleichstellung und Diversität ein. Berufseinsteigende mit Genderkompetenz können aktiv an diesen Prozessen mitwirken und so zur positiven Entwicklung der Unternehmenskultur beitragen.
Genderkompetenz ist nicht nur ein wichtiger Baustein für ein faires und respektvolles Miteinander im Berufsleben, sondern auch eine Schlüsselqualifikation, die die Karrierechancen und die persönliche Entwicklung von Berufseinsteigenden fördert. Sie ermöglicht es, in einer zunehmend diversen und komplexen Arbeitswelt erfolgreich zu agieren und gleichzeitig gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Und nicht zuletzt – Genderkompetenz fördert die eigene ganz persönliche Entwicklung!
Quelle:
Kirschenbauer, Sabine und DeepSeek 2025: Die Bedeutung von Genderkompetenz für den Berufseinstieg von Studierenden. DeepSeek Version 14.2.2025. https://www.deepseek.com/ München.
Studierende übernehmen verschiedene Rollen, die für eine gendersensible Hochschulkultur essenziell sind:
Vorbild- und Multiplikationsfunktion:
Studierende repräsentieren nicht nur die Peer-Group, sondern können auch als Vorbilder für andere wirken. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die Tutorien leiten und damit eine ähnliche Position wie Lehrende einnehmen. Eine solche Rolle geht mit erhöhter Verantwortung einher und erfordert ein hohes Maß an Gendersensibilität, um Chancengleichheit auch über den Rahmen der Lehrveranstaltungen hinaus zu fördern.
Agenda-Setting-Funktion:
Studierende können aktiv Diskussionen anstoßen und die Auseinandersetzung mit Themen rund um Gender und Diversität vorantreiben. Ihre Bereitschaft, sich an Diskussionen zu beteiligen, schafft die Grundlage für einen offenen Dialog und bereichert den wissenschaftlichen Diskurs durch vielfältige Perspektiven. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zu einer lebendigen und diversen Debattenkultur an der Hochschule.
Doppelfunktion:
Studierende haben die Möglichkeit, sowohl ihre eigene Rolle zu reflektieren als auch die Lehre kritisch zu hinterfragen. Diese Doppelrolle verleiht ihrem Engagement in Gleichstellungsthemen besonderes Gewicht. Hier zeigt sich, wie wichtig das Bewusstsein der Studierenden für gelebte Gendersensibilität im Hochschulalltag ist.
Für Studierende gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich aktiv für Gleichstellung und Inklusion an der Hochschule einzusetzen. Hier findest Du einige Ansätze, mit denen Du direkt starten kannst:
- Genderkompetenz entwickeln und Problembewusstsein schärfen:
Eine fundierte Auseinandersetzung mit Themen rund um Geschlecht und Diversität hilft dabei, strukturelle Ungleichheiten zu erkennen und besser zu verstehen. Nur weil wir eine Benachteiligung nicht persönlich erleben, heißt das nicht, dass sie nicht existiert. Ein offener Blick für bestehende Herausforderungen ist entscheidend.
- Eigene Privilegien reflektieren und solidarisch handeln:
Ein Bewusstsein für individuelle Vorurteile (Biases) und Ressourcen zu entwickeln, hilft dabei, Ungleichheiten und Alltagsdiskriminierung wahrzunehmen. Studierende können Solidarität zeigen, indem sie marginalisierte Personen unterstützen und sich für ein respektvolles Miteinander einsetzen (Allyship).
- Probleme identifizieren und konstruktives Feedback geben:
Durch kritische, aber lösungsorientierte Rückmeldungen zum Verhalten von Lehrenden und Mitstudierenden tragen Studierende zu positiven Veränderungen im Hochschulalltag bei.
- Praktische Angebote nutzen:
Die Toolbox für Studierende im Gil&Toni Super-Gendermarktbietet praxisnahe Inspiration zur Förderung eines gendersensiblen Miteinanders.
- Fachschaften beitreten und sich in der Hochschulpolitik engagieren:
Studierende können sich gezielt für Gleichstellungsmaßnahmen an ihrer Hochschule einsetzen – zum Beispiel, indem sie sich in ihrer Fachschaft für eine gender- und diversitätssensible Hochschulkultur stark machen.
- Arbeitsgruppen oder Hochschulinitiativen gründen:
Auch eigene Projekte und Initiativen ins Leben zu rufen, kann nachhaltige Veränderungen bewirken und gleichzeitig wertvolle Erfahrungen für das spätere Berufsleben schaffen.
Selbstreflexion
- Gehe ich respektvoll und wertschätzend mit meinen Mitstudierenden um?
- Berücksichtige ich die Bedürfnisse anderer und achte auf ein inklusives Miteinander?
- Gebe ich konstruktives Feedback, wenn ich Verbesserungspotenzial erkenne?
- Tausche ich mich mit anderen über geschlechtsspezifische Hürden oder Diskriminierung im Hochschulalltag aus?
Reflexion der Lehre
- Inwieweit ist geschlechtliche Vielfalt in meinen Lehrveranstaltungen sichtbar?
- Fühle ich mich in meiner Lehrveranstaltung respektiert und wertgeschätzt?
- Habe ich die Möglichkeit, mein volles Potenzial in der Lehre zu entfalten?
- Achte ich darauf, wer wie oft spricht, und ob es geschlechtsspezifische Unterschiede in der Redezeit gibt?
Falls Du selbst Diskriminierung erfährst oder andere Betroffene unterstützen möchtest, findest Du hier eine Übersicht mit hilfreichen Anlaufstellen und Informationsseiten, an die Du Dich wenden kannst:
Anlaufstellen und Adressen an der Hochschule München:
- HM-Angebote gegen Diskriminierung – News – Hochschule München (Übersicht zum Nachlesen)
- Richtlinie Antidiskriminierung (zum rechtlichen Rahmen)
- Erstanlaufstelle Antidiskriminierung – Hochschule München (Auflistung von Ansprechpersonen)
„Die Erstanlaufstelle für Antidiskriminierung der Hochschule München bietet Unterstützung und Beratung für Personen, die Diskriminierung oder sexuelle Belästigung erfahren haben. Sie arbeitet vertraulich im Sinne der betroffenen Person und setzt sich parteilich für ihre Belange ein.“
„Die Erstanlaufstelle für Antidiskriminierung arbeitet außerdem eng zusammen mit den Frauenbeauftragten in den jeweiligen Fakultäten, den Hochschulfrauenbeauftragten, den Gleichstellungsbeauftragten, der Schwerbehindertenvertretung und den Beauftragten für behinderte und chronisch erkrankte Studierende.“
- Kontakt der Beschwerdestelle nach Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz (AGG) der HM: beschwerdestelle@hm.edu
„Die Beschwerdestelle nimmt Beschwerden hinsichtlich Diskriminierung und Belästigung, einschließlich sexueller Belästigung auf, führt ein formelles Beschwerdeverfahren durch und prüft die Beschwerde. Die Beschwerdestelle hat dann die Aufgabe, den Sachverhalt zeitnah aufzuklären. Wesentliches Ziel der Stelle ist es, den Sachverhalt neutral zu ermitteln. Nach dessen Klärung schlägt die Beschwerdestelle mit der Stabsabteilung Recht und Compliance der Hochschulleitung entsprechende Maßnahmen vor.“
Unabhängige Anlaufstellen und Adressen:
Beratung und Infomation:
- Das Beratungsnetzwerk des Studierendenwerks München hilft Dir bei verschiedenen Themen rund ums Studium (z.B. studieren mit Kind) und außerhalb des Studiums (z.B. allgemeine und Soziale Beratung). https://www.studierendenwerk-muenchen-oberbayern.de/beratungsnetzwerk/
- Verschiedene feministische Veranstaltungen und Aktionen bei denen Du dich engagieren und informieren kannst, finden um den 8.3 (Weltfrauentag bzw. feministischer Kampftag) und den 25.11(internatinaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen) statt. Schaue hierfür zum jeweiligen Zeitpunkt online nach passenden Veranstaltungen für Dich.
- Das „Bildungsprojekt für Mädchen* & junge Frauen*“ kurz „mira“ bietet neben Beratung auch verschiedene Seminare zum informieren, weiterbilden und vertiefenan. https://www.miramue.de/
- Mehr Informationen über Gleichberechtigung in der Wissenschaft findest Du auf der Internetseite der FAM Frauenakademie München. https://frauenakademie.de/
Teilnehmen und mitwirken:
- Die Initiative „Slutwalk München“ setzt sich für sexuelle Selbstbestimmung, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ein. Du kannst bei Demos teilnehmen und/oder selbst mitwirken. https://www.slutwalk-muenchen.de/ rund um den 8.3 (feministischer Kampftag) und den 25.11 (internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen) finden immer viele feministische Veranstaltungen und Aktionen statt
Awareness:
- Die Stadt München hat ein Pilotprojekt „MucAware“: https://veranstaltungen.muenchen.de/soz/veranstaltungen/netzwerkcafe-kommunales-konfliktmanagement-schwerpunkt-mucaware-awareness-arbeit-im-oeffentlichen-raum-muenchens-als-beitrag-zur-subjektiven-sicherheit/
- Auch der 1. FC Bayern ist in Punkto Awareness aufgestellt. Folge dem Link um für deinen nächsten Stadionbesuch informiert zu sein. https://fcbayern.com/de/news/2023/08/gemeinschaftsprojekt-mit-fans-und-fanprojekt-muenchen-obacht-fc-bayern-startet-awareness-konzept
- Verschiedene politische Parteien haben sich ebenfalls mit Awareness auseinander gesetzt. Schaue doch bei der Partei deiner Wahl nach, welche Konzepte und Tipps sie für Dich haben.
Weiterführende Quellen: